Windelfrei nachts!

Stillen, abhalten, weiterschlafen – so geht’s!

Wenn du mit Windelfrei tagsüber begonnen hast, wirst du irgendwann darüber nachdenken, auch nachts die Windel wegzulassen und deinem Baby die Möglichkeit zu geben, sich außerhalb einer Windel zu erleichtern. Die Scheu davor ist groß, dabei ist Windelfrei nachts in der Regel einfacher als tags!

Warum und wie genau es geht, erfährst du in diesem Blogbeitrag und in meinem Video:

Das vorweg: Ich bin ein absoluter Fan der windelfreien Nacht – denn die klappt bei uns zuverlässig auch durch jeden Abhaltestreik hindurch, und das obwohl wir damit erst einige Monate nach der Geburt begannen! Seit das Löwchen etwa ein halbes Jahr alt ist, ist sie mit meiner Hilfe nachts trocken und kurz darauf ließ ich nachts auch jegliches Backup weg. Absolut unglaublich, oder?

Klar, es klingt erstmal nach viel Fummelei ohne Licht, hellwacher Mama, hellwachem Baby und dann auch noch entnervtem hellwachen Papa oder einem Familienbett voller Pipi-Pfützen. Dabei ist es ganz easy, wie ich dir im Video unten zeige! Und ein Baby, das nachts trocken ist und keine Windeln braucht, ist wirklich ein Segen, glaub‘ es mir!

Und was ist der Benefit dabei? Oder: 10 Gründe, warum!

1. Du unterstützt dein Baby bei dem, womit viele nicht-windelfreie Kinder später besonders große Schwierigkeiten haben: Nachts beim Harndrang wach zu werden und auf die Toilette zu gehen. Dein Kind kann seinen Harndrang also auch nachts schon gut wahrnehmen und signalisieren. Die beste Vorbeugung für nächtliches Bettnässen!

2. Es ist eigentlich recht easy: Die meisten Babys müssen nachts sowieso nur Pipi und mit steigendem Alter wird die Frequenz immer niedriger. Viele Babys pieseln mit einem halben oder dreiviertel Jahr nachts nur noch ein oder zwei Mal und später gar nicht mehr: Man muss dann nur morgens schnell sein!

3. Dein Baby findet wieder Ruhe im Schlaf! Kennst du es, wenn dein Baby nachts unruhig ist und auch das Stillen nicht hilft oder sogar abgelehnt wird? Das kann am Druck auf Blase oder Darm liegen, den dein Baby verspürt. Viele Windelfrei-Eltern berichten: sobald ich mein Kind nachts abgehalten habe, konnte es sich wieder entspannen und schlafen. 

4. Babys Signale sind nachts sehr deutlich, denn sie sind dann nicht abgelenkt, signalisieren somit stärker und sind höchst kooperativ. Easy Job!

5. Auch du bist nachts nicht abgelenkt und kannst prompt auf die Signale deines Babys reagieren

6. Babys werden i.d.R. sowieso wach oder geraten in den Leichtschlaf. Du musst dein Baby also nicht wecken – sein Harndrang hat es bereits getan! Es kann in Ruhe weiter dösen, während es pieselnd in deinen Armen liegt und vielleicht sogar dabei gestillt wird. Wickeln kann da schon mal viel nerviger und fummeliger sein!

7. Wenn dein Baby abends und nachts unter „Koliken“ leidet, wirkt das abendliche und nächtliche Abhalten Wunder! Und welche Wonne ist es für Baby-Popo und -Bauch, zumindest nachts nicht in ein enges und heißes Windelpaket eingeschnürt zu sein!

8. Auch wenn wir denken mögen, tagsüber muss es doch einfacher sein, so klappt es für die meisten Familien jedoch nachts viel besser, selbst wenn sie es erst später gestartet haben – eine super Motivationsspritze, auch wenn es tags mal nicht klappt!

9. Du musst nicht mühevoll zum Wickeltisch kraxeln und Windeln wechseln. Ihr seid an nur einem Ort – und dort hast du alles, was du brauchst! Also hinsetzen – abhalten – weiterschlafen. Windelfrei auch für dich easy!

10. Du ersparst deinem Baby schmerzhafte Ausschläge, die es ggf. bekommt, wenn du es nachts zu lange in den nassen Windeln lässt. Das war bei uns das erste und einzige Mal, dass das Löwchen wund war – und mein entgültiger Anlass, konsequent auch nachts abzuhalten – mit Erfolg!

Überzeugt? Dann lies weiter! Noch nicht überzeugt? Dann lies ebenfalls weiter!

Und wann ist der richtige Zeitpunkt, um zu starten?

Dein Baby ist bereits älter oder du hast schon längst mit Windelfrei tagsüber begonnen? Das macht gar nichts! Du kannst Windelfrei nachts anwenden, sobald dein Baby auf der Welt ist oder aber viel später! So lange dein Baby noch nicht an die Windeln gewöhnt ist (weit nach dem ersten Geburtstag!), kannst du mit dem Abhalten starten – auch nachts.

Diese Dinge solltest du dazu beachten:

Halte alles bereit, was du für eine windelfreie Nacht benötigst (es sei denn, du möchtest sowieso mit deinem Baby zum Waschbecken oder Klo gehen):

◦ Töpfchen

◦ Etwas zum Abwischen (Papier, Tuch, ggf. Öl)

◦ Windeln (Backup) oder Unterlagen zum Auswechseln

Lass ein kleines Lämpchen leuchten oder lass die Gardinen offen, sodass du ein wenig was erkennen kannst und nicht im Stockdunklen herumtasten musst

Überlege dir, ob du mit Backup oder direkt ohne Windeln starten willst:

Wir hatten zunächst ein Backup um, da ich noch extrem unsicher in der Nacht war. Für jeden, der nichts riskieren möchte, ist das eine super Möglichkeit, um trotzdem das nächtliche Windelfrei auszuprobieren! Benutze am besten eine Stoffwindel, durch die du merkst oder siehst, dass dein Baby gepullert hat. So kannst du die nächtlichen Signale dienes Babys besser zuordnen!

So richtig geklappt hat es nachts aber erst, als ich Vertrauen hatte und wir die Backups nachts ganz weggelassen haben. Das Abhalten wird easier, die Zeichen deutlicher und du aufmerksamer! Achte aber auf eine wasserdichte Unterlage, um deine Matratze und eure Nerven zu schonen, wenn doch mal etwas daneben geht


Überlege dir, wie ihr eure Schlafsituation arrangiert!

Im Familienbett oder mit Beistellbettchen ist es am leichtesten. Du bist als Mutter komplett auf dein Kind eingestellt und die Nähe zu deinem Baby ermöglicht dir die Registrierung und sofortige Reaktion auf jedes Signal!

Schläft dein Baby im eigenen Bett, aber im selben Zimmer hast du immerhin die Möglichkeit, die akustischen Signale deines Babys gut wahrzunehmen. Zum Abhalten musst du allerdings jedes Mal aufstehen.

Wenn dein Baby in einem anderen Zimmer schläft als du, wird es schwierig. Über ein Babyphone kannst du evtl. noch in Kontakt zu deinem Baby treten. Das Lesen seiner Signale ist jedoch schwierig, weil verzerrt. Und für jedes Pipi musst du den Raum verlassen. Wenn du Pech hast, kann dein Baby so lange noch nicht anhalten und du bist zum Abhalten zu spät. Aber vielleicht gelingt es dir ja, all dieser Argumente zum Trotz!


Ganz wichtig: Nutze die unkomplizierteste Kleidung, die es gibt! Ein No-Go sind geknöpfte Windeln mit engem Höschen, Ganzkörper-Body und unten geschlossener Schlafsack. Merk‘ dir: Mit der Leichtigkeit der Handhabung steht und fällt deine und Baby’s Motivation zum Abhalten nachts

Wenn Backup, dann einfach! Wie wäre es mit einer einfachen Wollwindel mit Klettverschluss? Oder mit einer Mokomidi oder Flopi? Die bleiben auch beim Abhalten am Körper des Babys und sind somit leicht wieder anzuziehen. Probiere aus, was für euch am praktischsten ist!

Bei Kleidung gilt: Je weniger, umso besser! Das Löwchen schläft nachts konsequent nur mit Shirt und untenrum nichts. So brauche ich nichts an- und ausziehen und unter der Decke bleibt sie trotzdem schön warm. Wenn das nichts für euch ist, nutze einfach leichte Zweiteiler mit Gummizug oder Babylegs

Wenn dein Baby die Decke wegstrampelt oder du es nicht zu dir unter die Decke nehmen möchtest, empfehle ich dir windelfreitaugliche Schlafsäcke. Diese haben unten nur einen Gummizug, funktionieren also wie ein Nachthemd und sind perfekt, um das Baby schnell abzuhalten und ebenso schnell wieder warm einzupacken!


Abhalten nachts – so geht’s ganz easy während des Stillens:

1. Wenn dein Baby mit im Familienbett schläft, wirst du schnell auf seine Signale aufmerksam werden (siehe weiter unten). Setz dich mit deinem Baby auf, damit du es gleich abhalten und stillen kannst

2. Wenn dein Baby sofort unruhig wird oder weint, lege es direkt im Sitzen an die Brust an oder nimm es sogar erst mit dir hoch, wenn es bereits an der Brust ist

3. Nimm das Töpfchen, das idealer Weise direkt neben dem Bett steht, und nur eine Armlänge von dir entfernt ist, und stelle es unter dein Baby zwischen deine Beine

4. Platziere dein Baby so darauf, dass es seitlich (auf der Seite, wo es auch aus der Brust trinken soll) zu dir in deiner Armbeuge ruhen kann. Sein Gewicht verteilt sich so auf deinen Arm und das Töpfchen – auch „schwere“ Babys können so ganz einfach abgehalten werden

5. Kippe das Töpfchen ggf. leicht schräge zum Popo hin, damit der Strahl auch hinein geht und nicht darüber (gerade bei Jungs kann das leicht passieren. Hier ggf. noch den Penis mit der freien Hand leicht hinunterdrücken oder den Strahl mit der Hand ins Töpfchen lenken)

6. Lege dein Baby spätestens jetzt an die Brust. Der Kopf ist bereits auf der richtigen Höhe, du musst nur deine Brust freilegen. Dein Baby kann beim Nuckeln besser entspannen und sein Stillbedürfnis gleichzeitig zum Ausscheidungsbedürfnis stillen

7. Gib‘ deinem Baby mit dem Signallaut Bescheid, dass es sich nun erleichtern kann. Die meisten Babys meistern die Situation aber schon so „im Schlaf“, dass sie genau wissen, wann es los gehen kann

8. Wenn dein Baby nicht muss, hole das Töpfchen einfach wieder hervor und lege dich mit deinem Baby zurück ins Bett – es wird vermutlich nicht mal richtig aufgewacht sein. Wenn es gemacht hast, greife ein Stück Tuch oder Papier von der Seite und tupfe oder wische dein Baby unten ab.

9. Geschafft! Alles zur Seite stellen, hinlegen, weiterschlafen (und ggf. Backup oder Höschen wieder an Ort und Stelle bringen) – so easy!

Die Signale: Und woher weiß ich, dass mein Baby nachts muss?

Die meisten Babys haben nachts gleichzeitig ein Hunger- und Ausscheidungsbedürfnis. Das Video oben zeigt dir, wie du beide gleichzeitig stillen kannst. Der Vorteil: Wenn du sowieso dein Baby stillen würdest, kannst du es auch direkt mit abhalten.

Wenn dein Baby nicht muss, wird es dir das signalisieren: Indem es NICHTS tut und wartet, dass du nach kurzer Zeit das Töpfchen wieder zurückstellst, oder indem es sich unentwegt durchbeugt oder sich vom Töpfchen windet.

Die meisten Babys signalisieren, indem sie nachts unruhig werden, sich aufsetzen, hin- und herdrehen, „meckern“ oder weinen. Welches Signal DEIN Baby nutzt, wirst du ganz schnell herausfinden. Alles, was vom normalen Schlaf abweicht, würde ich bei deinem Baby beachten. Du wirst sehen, was davon dann das Pipi-Kacka-Signal ist!

Manche Babys werden kaum unruhig oder scheinen einfach weiter zu schlafen. Gesunde Kinder scheiden jedoch i.d.R. nicht in einer Tiefschlafphase aus, sondern wenn sie sowieso im Leichtschlaf sind. Ob du dann versuchen möchtest, dein Baby abends, z.B. wenn du später auch zu Bett gehst, einmal „präventiv“ abzuhalten, und ob das überhaupt klappt, musst du schauen.

Am Ende ist das Abhalten nachts so wie Windelfrei allgemein – ganz individuell! Ich möchte dir nur die Scheu davor nehmen und dir raten, es eine gewisse Zeit lang zu probieren. Bestimmt gibt es Pfützen und vielleicht braucht ihr ein wenig Zeit, um euch nachts einzugrooven, aber wenn du es nicht versuchst, wirst du auch nie wissen, ob es hätte klappen können. Denke an die Vorteile, die ich oben aufgezählt habe! Willst du es jetzt versuchen?

Am Ende entscheidest du! Ich hoffe, ich habe dir die Angst vor dem nächtlichen Abhalten ein wenig genommen!

Kurz und knapp:

Windelfrei nachts hat eine Menge Vorteile und klappt entgegen unserer Vorstellungen und Ängste meist viel besser als tags! Man kann es einfach ausprobieren – ganz individuell, ganz ohne Stress. Wenn es dann klappt, geil! Wenn es euch nur stresst, lasst es erst nochmal bleiben. Versuchen kann man es nach einiger Zeit einfach wieder, dann vielleicht mit mehr Erfolg!

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Ich bin Janina, die Initiatorin und Autorin hinter Leonina frei & geborgen. ich berate und begleite Mamis auf ihrem ganz eigenen WindelFREI-Weg! Schau mal, auf Windelfreibaby.de, der Artgerecht-Plattform, auf Einfach-abhalten.de und auf der Seite des Mokoshop bin ich mit noch vielen anderen WindelFREI-Coaches aufgelistet. Findest du einen Coach in deiner Nähe? Übrigens: Ich berate dich auch online und biete auch Online-Kurse rund um WindelFREI an. So kannst du unbeschränkt von mir begleitet werden – egal, wo auf der großen weiten Welt du gerade mit deinem Baby unterwegs bist.

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  • […] nur, wenn Kinder unter Koliken oder einem wunden Popo leiden, wenn sie unruhig stillen oder unruhig schlafen. Auch, wenn du merkst, dein Kind möchte dir noch viel mehr kommunizieren, bist du dankbar, wenn […]

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